AUSGEBUCHT!
Tagung 2015
«Hauptsache Suchen und Finden»

2. November 2015

Die Freiwilligkeit ist aufgrund ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Veränderungen einem starken Wandel unterworfen. Neue Formen zeichnen sich ab und sind heute schon beobachtbar. Begriffe wie Crowdsourcing oder Micro-Volunteering machen die Runde. Welche Veränderungen kommen auf uns zu? Und welche Rolle spielen diese für die Gewinnung von Freiwilligen?

Mit 140 Teilnehmenden war die Tagung des Netzwerks freiwillig.engagiert auch im dritten Jahr ausgebucht. Die Anwesenden tauschten sich zur Zukunft der Freiwilligenarbeit und der damit verbundenen Veränderungen bei der Gewinnung von Freiwilligen aus.

Prof. Markus Freitag fragte zum Schluss seines Eingangsreferats: „Wie steht es um die Freiwilligenarbeit in der Schweiz?“ Worauf er antwortete, dass die „Schweiz … im europäischen Vergleich zu den Ländern mit den höchsten Freiwilligenraten gehört.“ Er gab aber zu bedenken, dass diese Position in Zukunft vielleicht wackelt, da es Signale und Hinweise einer schrumpfenden Zivilgesellschaft gibt. Basierend auf Auswertungen des Freiwilligenmonitors (2016) kam er zum Schluss, dass sich die zukünftigen Freiwilligen von den heute typischen Freiwilligen unterscheiden: sie gewichten egotaktische Bedürfnisse mehr als die heutige Freiwilligengeneration. Zur Veranschaulichung das Profil der ausschliesslich online freiwillig Tätigen und dasjenige der ausschliesslich in der realen Welt Tätigen:

  • Online: Junge Männer (15-34) mit obligatorischer Schulausbildung, konfessionslos und in Agglomerationen zuhause
  • Reale Welt: Frauen mittleren bis hohen Alters, abgeschlossene Sekundarstufe, konfessionell gebunden und eher in ländlicher Umgebung zuhause

Im zweiten Referat wiesen Gudrun Berger und Nadia Piémontesi darauf hin, dass bei der Online-Suche nach Freiwilligen, die Mund-zu-Mund-Propaganda immer noch eine wichtige Rolle spielt. Trotzdem sind Onlineplattformen eine oft genutzte Informationsquelle. Alleine auf benevol-jobs sind 2‘100 Organisationen und 7‘800 Freiwillige registriert. Von zentraler Bedeutung für die Gewinnung ist auf solchen Plattformen eine klare Anzeige, welche die Aufgaben mit Schlüsselworten deutlich umreisst.

In den Workshops befassten sich die Besuchenden unter fachkundiger Anleitung von sieben Experten mit unterschiedlichen Aspekten der Gewinnung von Freiwilligen: vom Marketing, über Crowdsourcing und Onlinegewinnung sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Gewinnung bis hin zur Gewinnung von Älteren, Menschen mit Migrationshintergrund und Jungen. Der rege Austausch wurde im Plenum an Marktständen fortgesetzt und vermittelte damit den Teilnehmenden Einblicke in verschiedene Workshops. Dies bildete den Schlusspunkt der partizipativ durchgeführten Tagung.

Eckdaten zur vergangenen Veranstaltung

Thema
«Hauptsache Suchen und Finden»
Datum
Kontaktperson
Caritas Schweiz
Benjamin Diggelmann